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Duales Studium bei Lindner

Rubrik: Erfahrungsberichte
05.05.10

von Anna Stadler, Duales Studium Industriemanagement

17, total aufgeregt, nervös, ängstlich, hoffnungsvoll, erwartungsvoll, zweifelnd;
So fühlte ich mich, als ich den Vertrag für das duale Studium unterschrieben habe. Und jetzt, drei Jahre später? Großartig, die beste Zeit und Chance meines Lebens!



Dieser Bericht entsteht während meines Auslandssemesters in Australien, das zugleich auch mein letztes ist. Das ist definitiv eine weitere Zusatzqualifikation, von der ich im Berufsleben profitieren werde. Meine Englischkenntnisse konnte ich verbessern. Vor allem aber das Zusammenarbeiten mit Personen aus unterschiedlichen Nationen mit anderen Kulturen. Für die Arbeitswelt ein wesentlicher Punkt in Zeiten der Globalisierung.

Wie hat alles begonnen? Die Möglichkeit ein duales Studium zu starten, wurde mir durch die Firma Lindner ermöglicht. Dort absolvierte ich meine Praktikumszeit während der 11. Klasse der Fachoberschule Pfarrkirchen, ich habe mich dann erkundigt, ob das Unternehmen ein duales Studium anbietet. Die Antwort war „ja“ und ich habe Unterlagen dazu erhalten. Zwei Wochen später habe ich den Vertrag unterschrieben. Meine Ausbildung zur Industriekauffrau hat am 1. September 2007 begonnen, diese habe ich auf zwei Jahre verkürzt und im Juli 2009 abgeschlossen. Meine Abschlussprüfung hatte ich während meines 4. Semesters, das mit Abstand „das Anstrengendste“ meiner ganzen Studienzeit war! Aber langsam, wie war mein erstes Semester? Am besten zu schreiben als „Das Chaotischste“! Studienstart war am 1. Oktober 2007 in Brühl an der Europäischen Fachhochschule mit dem Schwerpunkt „Industriemanagement“. Der Start in einen Dreimonatsrhythmus, der einen Wohnortswechsel von Bayern nach Nordrhein-Westfalen mit sich zog. Meine Arbeitsstelle ist nämlich 600 Kilometer von meinem Studienort entfernt.

Die größte Herausforderung war für mich das 4. Semester, hier wurde definitiv Durchhaltevermögen verlangt. Ich denke, dieses Semester war speziell für meine persönliche Entwicklung verantwortlich. Ich habe gelernt, wichtige von unwichtigen Dingen zu unterscheiden. Aber auch, dass man nicht alles auf einmal und vor allem nicht perfekt machen kann. Ausbildung und Studium hatten auch einige Überschneidungen in der Theorie. So, konnte ich Beispiele im Fach „Geschäftsprozesse“ aus der Berufsschule für Klausuren an der Uni verwenden. Die letzten drei Jahre konnte ich aber nur meistern, weil ich zwei sehr gute Freunde gefunden habe, die mit mir durch diese anstrengende Zeit gegangen sind. Das ist eines der wichtigsten Dinge, man braucht Freunde, die das gleiche durchmachen und verstehen, was man durchlebt. Eine Schulter, an der man sich ausheulen kann. Freunde denen man vertraut und auf die Verlass ist. Sport ist definitiv auch ein Faktor, der zum Ausgleich wichtig ist. Es hat etwa zwei Semester gedauert, bis ich die Balance zwischen Studium und Freizeit gefunden habe.

Darüber hinaus finde ich, dass die Kombination von Beruf und Studium vor allem wegen dem Theorie-Praxis-Bezug so interessant ist. Ich konnte beispielsweise die Theorie aus den Vorlesungen „Controlling, Kosten- und Leistungsrechnung“ in der Praxis in der Controlling Abteilung anwenden. Diese Chance bekommen Studenten, die ein normales Studium absolvieren erst, wenn sie ihr Studium abschließen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass nicht alles, was man im Studium lernt relevant für die Berufswelt ist. Viele Dinge stehen nicht in einem Buch, wie beispielsweise die Abteilungen untereinander zusammenspielen.

Ich denke das duale Studium bringt auch viele Vorteile für den Arbeitgeber. Dieser lernt den Student während der Ausbildungszeit genauer kennen und kann so mit ihm planen. Es zeigt auch, dass der Student belastbar ist. Außerdem, konnte ich in den letzten drei Jahren die Firmenstruktur kennenlernen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass ich die anderen Arbeitnehmer kennenlernen konnte und so bereits ein soziales Netzwerk aufbauen konnte.

Die Graphik zeigt, wie ich von dem dualen Studium profitiere. Ich konnte mich persönlich weiterentwickeln, meine Stärken und Schwächen herausfinden. Ein großes Plus für das duale Studium gebe ich, weil ich meine beruflichen Interessen gefunden habe und ich weiß nun in welcher Richtung ich arbeiten möchte.
Ich kann nur jedem Empfehlen, der die Chance bekommt ein duales Studium zu absolvieren, diese zu ergreifen. Es fordert viel Einsatz und Durchhaltevermögen, aber es ist es wert!

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