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Geschäftsbericht 2009

Erfreulicher Geschäftsverlauf im Jahr der Wirtschaftskrise
Die Konzernumsatzerlöse der Lindner Gruppe haben sich von 610,4 Mio. EUR im Vorjahr um 158,4 Mio. EUR bzw. 26,0 % auf 768,8 Mio. EUR deutlich erhöht. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat im Berichtszeitraum stark um 54,4 Mio. EUR abgenommen (Vorjahr: Bestandserhöhung 128,8 Mio. EUR). Große Projekte konnten im Geschäftsjahr 2009 schlussgerechnet werden.

Die Betriebsleistung im Konzern ist auf 714,7 Mio. EUR zurückgegangen. Der Vorjahreswert von 739,5 Mio. EUR wurde um 24,8 Mio. EUR bzw. 3,4 % unterschritten. Bedingt durch die Wirtschaftskrise wurden einige Großaufträge sowohl im Inland als auch im Ausland nicht umgesetzt. Im Inland hat sich die Betriebsleistung um 1,6 % von 403,9 Mio. EUR auf 410,2 Mio. EUR leicht erhöht. Dagegen sank die Betriebsleistung im Ausland um 9,3 % bzw. 31,1 Mio. EUR von 335,6 Mio. EUR auf 304,5 Mio. EUR. Die fehlende Leistung im Ausland im Geschäftsjahr 2009 ist zum Teil auf die im November 2008 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschiedene französische Isoliertechniktochter und den Verkauf der ungarischen Tochtergesellschaft der Lindner AG im Mai 2009 zurückzuführen. Demzufolge lag der Auslandsanteil an der Gesamtleistung mit 42,6 % um 2,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 45,4 %.

Im Geschäftsjahr 2009 konnte von der Sparte Ausbau inklusive Handel, Dienstleistungen und Türen eine Betriebsleistung in Höhe von 594,6 Mio. EUR nach 611,5 Mio. EUR im Vorjahr erwirtschaftet werden. Aufgrund strategischer Überlegungen wurde die im Vorjahr separat gezeigte Sparte Türen im Geschäftsjahr 2009 in die Sparte Ausbau integriert. Die Auftragssummen nehmen stetig zu. Der Trend im Innenausbau geht zu Komplettaufträgen und Großprojekten, die die Lindner Gruppe als Generalunternehmer oder in Arbeitsgemeinschaften mit zuverlässigen Partnern abwickelt. Dies eröffnet zusätzliche Chancen, birgt aber auch größeres Risikopotential in der Kalkulation und in der Baustellenabwicklung.

Die Sparte Fassadenbau trug im Geschäftsjahr 2009 mit einer Betriebsleistung von 54,4 Mio. EUR zur Gesamtleistung bei (Vorjahr: 49,3 Mio. EUR).

In der Sparte Isoliertechnik und Umweltschutztechnik ist die Betriebsleistung von 78,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 65,7 Mio. EUR zurückgegangen. Das Ausscheiden der französischen Tochtergesellschaft ISOTEC, die noch in 2008 mit ca. 15 Mio. EUR zur Gesamtleistung beitrug bedingte den Leistungsrückgang in 2009.

Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau
Die erfreulichen Ergebnisbeiträge der Sparten Ausbau und Isoliertechnik haben das operative Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2009 positiv beeinfl usst. Auch der Fassadenbereich wies im vierten Jahr nach dem Erwerb der Sparte erstmals ein positives Ergebnis von 388 TEUR (Vorjahr -2,3 Mio. EUR) aus. Insgesamt ist das konsolidierte Ergebnis vor Ertragsteuern der Lindner Gruppe von 35,5 Mio. EUR um 0,3 Mio. EUR bzw. 0,9 % auf 35,8 Mio. EUR angestiegen und bewegte sich somit auf Vorjahresniveau. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass das Ergebnis des Vorjahres vor allem durch den Verkaufserlös der Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft Galvaniho 3 in der Slowakei einmalig in Höhe von 14,7 Mio. EUR positiv beeinfl usst war. Während die Sparte Ausbau inklusive Handel, Dienstleistungen und Türen mit 36,0 Mio. EUR (Vorjahr: 41,2 Mio. EUR) zum Gesamtergebnis beitrug konnte sich im Geschäftsjahr auch die Sparte Isoliertechnik & Umweltschutztechnik mit 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: -3,2 Mio. EUR) positiv am Ergebnis beteiligen.

Ein Beteiligungsergebnis wurde im Berichtszeitraum nicht erzielt. Im Vorjahr betraf dieses eine Ausschüttung sowie eine außerplanmäßige Abschreibung der Finanzbeteiligung Commerzbank Europe Ireland. Das Finanzergebnis in Höhe von 2,7 Mio. EUR hat sich im Vergleich zum Vorjahr trotz eines deutlich gesunkenen Zinsniveaus leicht verbessert (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Lindner Gruppe vor Steuern lag mit 36,5 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau (36,6 Mio. EUR). Der Jahresüberschuss nach Steuern belief sich auf 28,7 Mio. EUR. Er lag somit um 3,4 Mio. EUR bzw. 13,4 % über dem Vorjahreswert von 25,3 Mio. EUR. Der Ertragsteueraufwand hat sich im Berichtszeitraum mit 7,1 Mio. EUR im Vergleich zur Vorperiode um 3,1 Mio. EUR vermindert. Die Ertragsteuerbelastung ist jedoch teilweise durch Betriebsprüfungseffekte beeinflusst.

Die Lindner Holding KGaA erzielte nach 1,0 Mio. EUR im Vorjahr im Geschäftsjahr 2009 einen Jahresüberschuss von 4 TEUR. 

Investitionen bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau
Der Konzern-Cashflow vor gezahlten Ertragsteuern lag mit 57,5 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahreswert von 58,6 Mio. EUR.

Im Berichtszeitraum wurden insgesamt Sachinvestitionen im Umfang von 37,6 Mio. EUR getätigt. Diese waren damit 2,3 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr (39,9 Mio. EUR).

Alle Mittel zur Finanzierung der Investitionstätigkeit konnten im Wesentlichen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb gewonnen werden.

Insbesondere durch den realisierten Erlös aus der Veräußerung der Hibernia Beta GmbH im Dezember 2009 stiegen die liquiden Mittel der Gesellschaft zum Bilanzstichtag auf 138,4 Mio. EUR (Vorjahr: 97,7 Mio. EUR). Darüber hinaus wurden liquide Mittel in Höhe 41,5 Mio. EUR (Vj. 26,3 Mio. EUR) in liquiditätsnahen Wertpapieren angelegt. Die Bankverbindlichkeiten lagen mit ca. 1,4 Mio. EUR auf niedrigem Niveau (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR).

Bilanzrelationen deutlich über Branchendurchschnitt
Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2009 um 15,7 Mio. EUR auf 425,2 Mio. EUR erhöht. Die langfristigen Vermögenswerte sind von 204,5 Mio. EUR im Vorjahr um 50,8 Mio. EUR bzw. 24,8 % auf 153,7 Mio. EUR zurückgegangen. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich mit 271,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von 205,0 Mio. EUR um 66,5 Mio. EUR deutlich erhöht.

Die Konzerneigenkapitalquote liegt mit 53,7 % weiterhin auf hohem Niveau (Vorjahr: 55,6 %). Die Eigenkapitalausstattung der Lindner Gruppe liegt mit diesen Werten über dem Branchendurchschnitt.

Mitarbeiter: Mitarbeiteranzahl in 2009 leicht rückläufig
Die Anzahl der bei Lindner beschäftigten Mitarbeiter hat im Berichtszeitraum abgenommen. Zum Bilanzstichtag waren 3.862 Mitarbeiter in der Lindner Gruppe beschäftigt. Der Vorjahreswert von 4.015 Beschäftigten wurde um 153 Mitarbeiter unterschritten, so dass sich ein Rückgang der Beschäftigten um 3,8 % ergab. Allein durch das Ausscheiden der französischen Isoliertechniktochtergesellschaft aus dem Konsolidierungskreis fielen 151 Arbeitsplätze weg.

Im Inland ist die Anzahl der Beschäftigten um 10 von 2.622 auf 2.612 Mitarbeiter gefallen. Damit ergibt sich ein Beschäftigungsrückgang um 0,4 %.

Im Ausland waren zum Bilanzstichtag 1.250 Mitarbeiter beschäftigt, so dass der Vorjahreswert um 143 Mitarbeiter bzw. 10,3 % unterschritten wurde.

Der Anteil der im Inland beschäftigten Mitarbeiter an der Gesamtbeschäftigtenzahl liegt bei 67,6 %, während die im Ausland beschäftigten Mitarbeiter lediglich 32,4 % der Gesamtbeschäftigtenzahl stellen.

Gewinnverwendungsvorschlag
Der geschäftsführende persönlich haftende Gesellschafter schlägt der Hauptversammlung vor, den ausgewiesenen Bilanzgewinn der Lindner Holding KGaA in Höhe von 2.507.424,48 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Strategischer Ausblick
Weitere Ausweitung der Aktivitäten im Ausland

An dem geplanten Ziel im Ausland stark zu wachsen halten wir durch die „Strategie 50+“ weiter fest. Wir wollen unseren Auslandsanteil in den nächsten Jahren auf mehr als 50 % steigern.

Das in 2008 begonnene Engagement in Dubai, den Arabischen Emiraten und im asiatischen Raum wird weiter forciert. Die Vertriebseinheiten im chinesischen Raum wurden verstärkt, um die Mitte 2009 voll in Betrieb gegangene Produktionsanlage in Taicang, China auszulasten.

In den Märkten Brasilien und Australien konnten erste interessante Aufträge akquiriert werden.

Spezialteams bearbeiten erfolgreich weltweit die sogenannten „Key Accounts“ Flughäfen, Fluggesellschaften, Bahnhöfe und Tunnel. Namhafte Kunden (z. B. die Fluglinie Emirates), die auf höchste Qualität Wert legen, konnten akquiriert und damit die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit geschaffen werden.

Folge-Großauftrag für Joint Venture in Dubai
Das Joint Venture Lindner-DEPA hat sich als richtiger Schritt erwiesen, um den Wachstumsmarkt Vereinte Arabische Emirate zu erobern. Neben dem Ausbau der Metro Stationen zeichnen sich weitere große interessante Projekte ab. Auch das Liefergeschäft im arabischen Raum entwickelt sich positiv.

Weitere Investitionen in Produktionsanlagen weltweit
Der Aufbau einer Doppelbodenproduktion in Russland in der Nähe von Moskau wird unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken. Baubeginn ist für Mitte 2010 geplant.

Gute Auslastung im In- und Ausland durch bereits bezuschlagte Großprojekte
Die Tendenz zu Großaufträgen, welche die Lindner Gruppe als Generalunternehmer oder im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft mit namhaften Partnern anbietet, hält weiter an. So konnten wir in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres weitere interessante Großprojekte wie z. B. das Heydar Aliyer Culturel Centre in Baku (Auftragswert 8,9 Mio. EUR) und die Philharmonie in Paris (Auftragswert 25 Mio. EUR) in die Bücher nehmen oder Rahmenverträge mit langjährigen Großkunden abschließen. Neben den Chancen sehen wir auch die Risiken, denen wir durch eine intensive Risikobewertung in der Vorphase begegnen.

Bauen nach „GreenBuilding“-Standard - Nachhaltigkeit als weiterer Unternehmensgrundsatz
Die Lindner Gruppe hat sich dem sog. „GreenBuilding“-Konzept verschrieben und beteiligt sich somit aktiv an der Erhaltung und Verbesserung der Bedingungen für Menschen und Umwelt. Diese Verantwortung leben wir auch im Unternehmen und haben dies mit einem eigenen Führungsgrundsatz in unseren Leitlinien verankert ist: „Nachhaltiges Handeln aus Verantwortung für nächste Generationen“.

Die Lindner Gruppe ist mit ihren Unternehmen in der Lage, nach diesen Vorgaben des DGNB und nach Leed zu bauen und ihre Produkte auf dieser Basis zu fertigen und wird zukünftig von der weltweiten Entwicklung im Bereich Nachhaltigkeit profitieren.

Sparte Fassade plant weiteren Ausbau des Geschäftsbetriebs
Die Sparte Fassade lässt sich auch durch das schwierige wirtschaftliche Umfeld nicht aus dem Konzept bringen und will ihren Geschäftsbetrieb weiter ausbauen. Große Fassadenprojekte im Angebotsstadium im In- und Ausland mit guten Erfolgsaussichten und einige in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2010 bereits bezuschlagte Projekte lassen auf eine positive Entwicklung hoffen. Der Bereich ist gut aufgestellt und steht in den Startlöchern für eine erfolgreiche Zukunft.

Sparte Isoliertechnik und Umweltschutz mit guten Wachstumsaussichten
Auch die Sparte Isoliertechnik und Umweltschutz konnte in den ersten Monaten des neuen Jahres gute Auftragseingänge verzeichnen. Vor allem im Ausland ist noch deutliches Potential vorhanden. Weltweit hat man sich in den letzten Jahren einen guten Namen geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt. So ist man auch bei Großprojekten schon in der frühen Angebotsphase mit dabei und kann seine qualitativ hochwertigen Isolier- und Entsorgungsleistungen verkaufen. Die Sparte Isoliertechnik und Umweltschutztechnik rechnet auch in den nächsten Jahren mit einem stabilen Geschäftsverlauf.

Konzentration der Finanzaktivitäten in einer eigenen Gesellschaft
Die Lindner Finanz GmbH hat in 2010 den Geschäftsbetrieb aufgenommen und wird alle Finanz- und Treasuryaktivitäten der Lindner Gruppe weltweit unter ihrem Dach bündeln. Ziel für das Kompetenzteam wird sein, die Gesamtliquidität noch effektiver zu steuern und zu verwalten, Bankmargen einzusparen, die unternehmensinternen Zahlungsvorgänge, das Währungsmanagement und Garantie- und Bürgschaftsmanagement weiter zu optimieren sowie beratend für alle Finanzthemen in der Gruppe zur Verfügung zu stehen.

Gesamtausblick
Die gesamtwirtschaftliche Situation wird auch im laufenden Geschäftsjahr von der Krise gekennzeichnet sein. Wie sich die weltweiten Turbulenzen auf die Lindner Gruppe und ihre Konzernunternehmen auswirken, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Wegbrechende Absatzmärkte für das Liefergeschäft, stagnierende Märkte vor allem in Osteuropa oder das Zurückstellen von eigentlich geplanten Großinvestitionen im Industriebau oder im öffentlichen Bau haben auch bei Lindner in verschiedenen Bereichen leichte Spuren hinterlassen. Die Auftragsbücher sind aktuell jedoch gut gefüllt, so dass der geschäftsführende persönlich haftende Gesellschafter der Lindner Holding KGaA zuversichtlich ist, die schwierigen Zeiten gut zu überstehen. Die Gesellschaft ist hervorragend mit Liquidität ausgestattet und damit nicht von Krediten abhängig. Anstehende Projekte können aus eigener Kraft vorfi nanziert werden. Der Lindner Gruppe stehen bei allen Hausbanken aufgrund des sehr positiven Bonitätsratings hohe Avallinien zur Verfügung, so dass auch größte Bauvorhaben zuverlässig abgewickelt werden können.
Auch international ist die Gesellschaft gut aufgestellt und geht trotz des leichten Rückschlags in 2009 im laufenden Geschäftsjahr wieder von Zuwächsen aus. Bereits bezuschlagte Großprojekte geben berechtigten Anlass zu der Annahme, dass in 2010 mit einer Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr gerechnet werden kann. Das Betriebsergebnis sollte im laufenden Geschäftsjahr das Vorjahresniveau erreichen.

Die Geschäftsleitung bedankt sich herzlich bei allen Führungskräften und Mitarbeitern, die die Lindner Gruppe auf ihrem Weg unterstützen und welche die tragenden Säulen des Erfolgs darstellen und vor allem auch in Zukunft darstellen werden - Gemeinsam zu gemeinsamen Erfolg!

Arnstorf, im April 2010

Hans Lindner
Geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter

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