Der neue Campus des Schweizer Radio und Fernsehen in Leutschenbach bündelt Redaktionen, Produktion und technische Infrastruktur in einem Gebäude und schafft klare, vernetzte Abläufe für die Medienproduktion. Die Struktur ist auf Zusammenarbeit und schnelle Abstimmung ausgelegt, gleichzeitig ermöglichen flexible Raumkonzepte unterschiedliche Arbeitsweisen. Ergänzt wird der Neubau durch eine Tiefgarage sowie die nutzbare Dachfläche als „Mediagarten“.
Im Erdgeschoss liegen die Fernsehstudios als zentraler Bestandteil des Gebäudes. Sie sind direkt mit Bereichen für Sendetechnik, Besucher und Gastronomie verbunden. In den oberen Stockwerken entfaltet sich eine offene Arbeitslandschaft mit Newsroom, Redaktionen und Sendeabwicklung. Flexible Raumstrukturen mit Besprechungsinseln, Coffeepoints sowie verglasten Rückzugs- und Sitzungsräumen unterstützen unterschiedliche Arbeitsformen. Ein über mehrere Geschosse geführtes Atrium vernetzt den Newsroom visuell und funktional mit den angrenzenden Bereichen und stärkt die interne Kommunikation.
Besonders auffällig ist zudem die Treppe im Foyer, deren spiralartige Form und geneigte Untersicht eine dynamische Raumwirkung erzeugen.
Integrierte Deckensysteme für Akustik, Klimatisierung und Gestaltung
Die offenen Arbeitsbereiche und die hohe technische Dichte erforderten eine Lösung, die Raumklima, Installationen und Akustik direkt über die Decke steuert. Dafür entwickelte die Lindner Group lamellenförmige
Heiz- und Kühldecken in Kombination mit akustisch wirksamen Elementen.
Die Lamellendecken übernehmen dabei mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie integrieren die Temperierung der Räume, lassen Installationen zugänglich und strukturieren große Flächen visuell. Durch die offene Bauweise bleibt die technische Infrastruktur oberhalb der Decke erreichbar, was Wartung und Anpassungen erleichtert.
Die Ausführung erfolgte in zwei Varianten von Lamellendeckensystemen. Die erste Variante ist als abgehängte, klar gegliederte Rasterstruktur umgesetzt und sorgt für eine gleichmäßige Klimatisierung über größere Flächen. Die zweite Variante arbeitet mit bis zu drei Meter langen, nach oben orientierten Lamellen. Diese Lösung hält den Deckenbereich optisch offen und eignet sich insbesondere für Bereiche, in denen Höhe und Transparenz erhalten bleiben sollen. Beide Systeme sind modular aufgebaut und in das Tragwerk integriert.
Akustische Qualität in offenen Arbeitslandschaften
Die offenen Raumstrukturen erhöhen die Anforderungen an die Akustik. Um Störungen durch Nachhall und Geräuschübertragung zu reduzieren, wurden oberhalb der Lamellen zusätzliche Absorber angeordnet.
Die textilummantelten Akustikelemente in dezentem Grau verbessern gezielt die Schallaufnahme und reduzieren die Ausbreitung von Geräuschen innerhalb der Arbeitsbereiche. In Kombination mit den Lamellendecken entsteht so eine akustisch kontrollierte Umgebung, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Kommunikation unterstützt.
Nachhaltige Systemlösungen im baulichen Kontext
Die eingesetzten Deckensysteme bestehen aus Aluminium und sind auf Wiederverwendbarkeit ausgelegt. Durch die modulare Integration in die Tragstruktur lassen sich die Elemente an veränderte Nutzungsanforderungen anpassen und unterstützen damit langfristig die Flexibilität der Raumkonzepte. Gleichzeitig ermöglichen die Heiz- und Kühldecken eine energieeffiziente Klimatisierung der Innenräume, entsprechend den hohen technischen Anforderungen eines modernen Medienhauses.