Umweltwirkungen, Sozialstandards und ökonomische Qualitäten lassen sich im Bauwesen nur dann verlässlich beurteilen, wenn sie messbar und überprüfbar sind. Genau das leisten Nachhaltigkeitszertifikate und Deklarationen: Sie übersetzen komplexe Umwelt-, Sozial- und Qualitätsaspekte in nachvollziehbare, standardisierte Kennzahlen und schaffen damit Vergleichbarkeit zwischen Gebäuden, Bauprodukten und Herstellern.
Für Bauherren, Investoren und Fachplaner erfüllen diese Nachweise mehrere zentrale Funktionen:
Ohne einheitliche Nachweise wäre es kaum möglich, Aussagen zum Klimaschutzbeitrag von Gebäuden oder zum Ressourcenschutz im Bauwesen objektiv zu belegen. Zertifikate und Deklarationen liefern die dafür notwendige Faktenbasis – von der Ökobilanzierung einzelner Bauprodukte bis zur ganzheitlichen Bewertung eines gesamten Gebäudes über seinen Lebenszyklus.
Auf den ersten Blick wirken die zahlreichen Labels, Siegel und Kürzel im nachhaltigen Bauen unübersichtlich. Tatsächlich lassen sie sich in zwei grundverschiedene Kategorien einteilen, die unterschiedliche Fragen beantworten.
Produktdeklarationen wie Umweltproduktdeklarationen (EPDs) nach ISO 14025 oder Selbstdeklarationen nach ISO 14021 beziehen sich hauptsächlich auf ein einzelnes Bauprodukt. Sie dokumentieren dessen Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Entsorgung oder Wiederverwertung – auf Basis einer Ökobilanzierung (LCA). Die Selbstdeklarationen enthalten zudem spezifische umwelt- und gesundheitsrelevante Produkteigenschaften.
Umfassendere Zertifizierungen wie Cradle to Cradle (C2C) beziehen sich ebenfalls auf Produkte, berücksichtigen jedoch zusätzlich Informationen und Anforderungen zu den Produktionsstandorten sowie zu organisatorischen Systemgrenzen.

Gebäudezertifikate wie DGNB, LEED, BREEAM oder das BNB-Bewertungssystem bewerten ein gesamtes Bauprojekt anhand eines breiten Kriterienkatalogs. Betrachtet werden dabei nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische, soziokulturelle und technische Qualitäten – etwa Energieeffizienz, Nutzerkomfort, Standortqualität oder die Recyclingfähigkeit am Ende der Nutzungsphase. Das Ergebnis ist eine Gesamtauszeichnung des Gebäudes, meist in Stufen wie Silber, Gold oder Platin.

Beide Ebenen bedingen sich gegenseitig: Die Qualität einer Gebäudezertifizierung hängt direkt von den Umweltdaten der verbauten Produkte ab. Produktdeklarationen liefern damit die Datenbasis, auf der Gebäudezertifizierungen aufbauen – etwa wenn Kriterien wie graue Energie, Recyclinganteil Bauprodukte oder Schadstoffgehalt im Rahmen einer DGNB- oder LEED-Zertifizierung nachgewiesen werden müssen.
Bei der Vielzahl an Systemen lohnt sich ein strukturierter Blick auf folgende Punkte:
Ob DGNB, LEED, BREEAM oder BNB: Unsere hausinternen Fachkräfte begleiten Sie von der Planung bis zum fertigen Zertifikat und übernehmen bei Bedarf das gesamte Management von Gebäudezertifizierungen nach anerkannten Standards.

Produkte, die von Anfang an für den geschlossenen Kreislauf konzipiert sind: Lindner lässt zahlreiche Boden- und Deckensysteme nach dem Cradle to Cradle Certified® Standard prüfen – von Silber bis Gold.

Transparente, normgerechte Daten zu den Umweltauswirkungen unserer Produkte über den gesamten Lebenszyklus – als Grundlage für Ökobilanzen, Ausschreibungen und Gebäudezertifizierungen.

Urban Mining beginnt mit Transparenz: In Datenbanken wie dem DGNB-Navigator, Madaster oder Concular sind Lindner Produktdaten und Materialpässe für Ihr Bauprojekt hinterlegt.

Fachbereich Nachhaltiges Bauen