Die Metrolinie M4 in Kopenhagen ist um fünf neue Stationen gewachsen: Enghave Brygge, Havneholmen, København Syd, Mozarts Plads und Sluseholmen verbinden die Innenstadt künftig direkt mit dem südlichen Hafenviertel Sydhavn. Für den Innenausbau aller Haltepunkte zeichnet sich mitunter die Lindner Group verantwortlich und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Mobilität und städtebaulichen Entwicklung der dänischen Hauptstadt.
Komplexer Innenausbau unter besonderen Bedingungen
Der Ausbau der M4 in Richtung Valby schafft nicht nur neue Verbindungen, sondern stellte auch besondere Anforderungen an alle Beteiligten. Inmitten der Corona-Pandemie unterstützte die Lindner Group dabei im Innenausbau aller fünf Stationen, was ein hohes Maß an organisatorischer Anpassungsfähigkeit und eine durchdachte Abstimmung zwischen sämtlichen Projektpartnern voraussetzte.
Heute prägen großformatige Terrakottaelemente auf den Bahnsteigen das Erscheinungsbild der Wände. Das verwendete Terrakotta-Material ist hierbei nicht nur strapazierfähig und langlebig, sondern verleiht den unterirdischen Räumen zugleich eine wohnliche, hochwertige Ausstrahlung. In den Tunnelabschnitten kamen zudem spezielle Wandbekleidungen zum Einsatz, welche den hohen Ansprüchen an Brandschutz, Belastbarkeit und einfache Instandhaltung im Untergrund gerecht werden.
Deckenarchitektur und Licht im Zusammenspiel
Jede Station erhielt dabei eine individuell entwickelte Deckengestaltung, die auf die jeweilige Architektur in der Metro-Station Bezug nimmt. Realisiert wurden unter anderem Origami-Deckenkonstruktionen sowie schallabsorbierende Deckensysteme aus komprimierter Mineralwolle (CMWC), die zur akustischen Qualität der Metrostationen beitragen.
Auch die Beleuchtung wurde als integraler Bestandteil des Raumkonzepts verstanden. Blendfrei ausgeführte LED-Leuchten fügen sich nahtlos in die Architektur ein und erzeugen ein gleichmäßiges, ruhiges Lichtbild. Davon profitieren sowohl die Orientierung der Fahrgäste als auch der visuelle Komfort beim Aufenthalt in den Stationen. Gleichzeitig sorgt die energieeffiziente Technik dafür, dass der Betrieb der Anlagen langfristig nachhaltig bleibt.
Kunst als fester Bestandteil der Metro
Eine Besonderheit der neuen Haltepunkte liegt im engen Zusammenspiel von Architektur und bildender Kunst. Die künstlerischen Werke wurden nicht nachträglich in den Stationen ergänzt, sondern von Anfang an fest in die bauliche Substanz eingebunden. Sie prägen die Atmosphäre der Metro-Stationen maßgeblich. Damit dies in der gewünschten Qualität gelingen konnte, entwickelte Lindner maßgeschneiderte Unterkonstruktionen sowie passende Befestigungssysteme. Darüber hinaus realisierte die Lindner Group Handläufe und Balustraden in den Stationen. Durch die integrierte LED-Beleuchtung übernehmen sie eine doppelte Funktion: Sie unterstützen zum einen die Wegeführung der Fahrgäste und nehmen zum anderen die architektonische Linienführung gestalterisch auf.
Modellbasierte Planung als Schlüssel zur Präzision
Um die anspruchsvollen Ausbauleistungen zuverlässig realisieren zu können, setzte Lindner auf eine durchgängig digitale Planungsmethodik. Detaillierte 3D-Modelle dienten als gemeinsame Arbeitsgrundlage für die Koordination sämtlicher Gewerke und vereinfachten den Austausch zwischen Architekten, Fachplanern und ausführenden Unternehmen. Auf diese Weise ließen sich auch komplexe Geometrien und individuelle Sonderlösungen in den fünf Haltestellen mit höchster Genauigkeit umsetzen.